Salingen

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Geschichte

Die bisher von der Wissenschaft angenommene erste urkundliche Erwähnung Salingens als villa Salehem vom 8. Mai 801 ist nach neuesten Forschungen nicht mehr haltbar.[1] — Wenn jedoch andere sich im trügerischen Ruhm einer Legende sonnen, warum sollte Salingen es nicht auch tun?

Um 1190 gehört ein Gut zu Salehe zum Fronhofsamt Marten.[2][3]

1231 wird ein Conrad von Salingen et. Hartmodus als Zeuge beim Verkauf eines Hofes mit Kapelle in Kirchlinde an das Katharinenkloster genannt.[4]

Im 14. und 15. Jh. hieß der Ort Zaleie, Saley oder Salei bzw. Salii.[5]; im einzelnen: 1378 und 1392: Saley[6], 1392/93: Saley[7], 1399/um 1400 Zaley[8], 1400 oder 1450 "van Salii"[9], 5. März 1440: Saley und (im rückseitigen undatierten Nachtrag) Salingh[10], 18. März 1443: Zaley, 1486 Zalinge[11], um 1500/1521 Sailling[12], möglicherweise ab 1562 und spätestens 1614 Salingen[13].

Das zum niederen Dienstadel gehörende Ministerialengeschlecht von Saley/Zaley[14] wohnte ursprünglich in dem gleichnamigen Dorf und starb im 13. oder 14. Jh. aus.[15]

Salingen gehörte als Bauernschaft zum märkischen Kirchspiel Eichlinghofen des früheren Amtes Barop im 1757 gebildeten Oberamt Hörde und wurde 1929 nach Dortmund eingemeindet. Heute gehört Salingen zum Stadtbezirk Hombruch.

Bevölkerung

Im Laufe des 19. Jahrhunderts nahm die Einwohnerzahl in unserer Gegend infolge der Industrialisierung rapide zu.

In der Literatur[16] finden sich für ausgewählte Gemeinden folgende Zahlen:

Jahr Gemeinde Kirch­hörde
mit Hom­bruch[17]
Gemeinde Barop
mit Städtisch Barop[17]
Gemeinde Eichling­hofen Gemeinde Mengling­hausen
mit Station Barop[17]
Gemeinde Persebeck Gemeinde Salingen Bemerkung
1818 605 322 151 88 61 35
1871 5005 1767 1199 919 129 203
1885 7814 2456 1820 1373 193 246
1910 13523 4981 2600 2354 384 226
Zunahme 1871–1885 56% 39% 52% 49% 50% 21% Dieser Zeitraum entspricht in etwa der Amtszeit von Steinaeckers

  1. Die in einer Urkunde (Schenkung von Helmbald, Heribalds Sohn, an die Abtei Werden) vom 8. Mai 801 genannte Rodung villa Salehem wird von Hücker mit ausführlicher Begründung (S. 159) und Walter Gronemann (Kleine Geschichte der Ämter Barop und Kirchhörde, S. 35) als Salingen identifiziert; Hücker weist auf eine Ähnlichkeit nicht nur der Ortsnamen, sondern auch des damaligen mit einem späteren Flurnamen hin (801 Widapa -?-> 1562 Widdey). Das heute niederländische Zelhem erhebt jedoch ebenfalls Anspruch darauf, der genannte Ort zu sein. (Zum Feldnamen Widapa in Zelhem.) Dies wird hier in das Reich der Legende verwiesen, da die Gegend von Zelhem seinerzeit unbewohnt gewesen sei und es keine archäologischen Hinweise auf eine Kirche gebe, die Ludgerus ein paar Jahre später in Zelhem gebaut haben soll; zudem ist offenbar unklar, ob der Hof Salehem ein Gewann namens Widapa besitzt oder zu einem Ort namens Widapa gehört. Statt dessen wird Selm zur Diskussion gestellt, das immerhin Lacomblet's Forderung (Nr. 21) eher erfüllt, Salehem und Widapa in der Nähe Werdens zu suchen (Werden–Salingen 34 km, Werden–Selm 54 km, Werden–Zelhem 94 km).
  2. Hücker S. 159 unter Bezugnahme auf das Werdener Urbar E, Heberegister um 1150
  3. Damit kann aber gem. Helmut Kaufung auch der Fronhof (Sattelhof, früher Sadelhof) selbst gemeint sein.
  4. Quelle?
  5. Hücker S. 159
  6. Hücker S. 161
  7. Hücker S. 153
  8. Hücker S. 153, von Steinen; was auch zeigt, dass das "Z" ein weiches "S" anzeigt wie heute noch im Englischen
  9. Hücker S. 158
  10. Hücker S. 156
  11. Hücker S. 158, 161
  12. Hücker S. 160
  13. Hücker S. 154, 158
  14. gem. Hücker S. 153 möglich, aber unwahrscheinlich
  15. Archiv Karl-Heinz Strothmann
  16. Klaus Kleine-Weischede: Hombruch – von Industriestandort zum Verwaltungs- und Geschäftszentrum, Vorsmann Druck & Verlag GmbH, Balve 2001 S. 18; dort noch mehr Zahlen
  17. 17,0 17,1 17,2 eine Siedlung städtischen Gepräges