Barop (Boos): Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 1. Mai 2018, 00:28 Uhr

Alter und Entstehung des Namens

verloren

Aus Barops Vergangenheit

Dortmunder Fehde 1388

Während der Dortmunder Fehde hatte Barop unter den Plünderungen und Brandschatzungen der Dortmunder viel zu leiden. Der Graf Engelbert III. von der Mark eröffnete den Angriff gegen die Stadt Dortmund 1388 von Dorstfeld aus. Um vor den Angriffen und Plünderungen der Dortmunder sicher zu sein, ließen sich einige Baroper Bauern Velicheitsbrief, also Sicherheitsbriefe ausstellen. Im September 1388 begann die Stadt Dortmund mit der Ausfertigung solcher Briefe. An Hofbesitzern aus der Grafschaft Mark, die solche Velicheitsbriefe erhielten, werden u. a. die von Höfen in Persebeck und Barop genannt.

Meistens galten die Geleitsbriefe nur für einen bestimmten Tag, doch wurden sie auch auf längere Zeit für das Haus, den Hof und die Scheunen erteilt. Es waren also diese Briefe schon Vorboten der Friedensverhandlungen. Zunächst kam es aber noch zu zahlreichen, größeren und kleineren Scharmützeln, die bis in alle Einzelheiten aufgezeichnet sind. Von diesen Unternehmungen seien hier einzelne erzählt.

Der Chronist berichtet, dass die Beschießung Dortmunds bis zum 10. Juli 1388 dauerte. Bei einem Streifzug im Osten der Stadt erbeuteten die Dortmunder am 27. Mai drei Pferde im Werte von 80 Gulden. Bei einem Ausfall im Osten gerieten am 16. Juli zwei Dortmunder in Gefangenschaft, dagegen zerstörten die Dortmunder am 27. Juli ein feindliches Bollwerk im Osten der Stadt. Am 1. September trafen 50 Reisige des Erzbischofs von Köln in Hörde ein, urn dort für die Dauer von zwei Monaten die Angriffstätigkeit der Märkischen zu unterstützen. Bei einem Ausfall am 9. November 1388 wurde der Mentlers Hof von Dortmunder Söldnern niedergebrannt. In der Nacht zum 17. September erbeuteten die Dortmunder Vieh in Kirchderne und Barop.

Schon im August machten Dortmunder Soldaten einige Gefangene in Barop und plünderten mehrere Höfe aus. Im Herbst des Jahres versuchten die Dortmunder noch einmal die Hörder Burg zu stürmen, der Angriff blieb aber erfolglos. Daraufhin brannten sie alle Dörfer im Umkreis von Hörde nieder. Durch Vermittlung des Soester Rates kam es zu Friedensverhandlungen, die am 20. November 1389 abgeschlossen wurden.

Bruderstreit der Herzöge Adolf und Gerhard von Cleve 1424

Harte Schicksalsschläge mussten die Baroper Bauern erdulden bei dem Bruderstreit der Herzöge Adolf und Gerhard von Cleve im Jahre 1424, als die meisten Dörfer unserer Heimat zerstört und die Höfe in Flammen aufgingen. Damals wurden die Hofgebäude vorübergehend zerstört, aber die bäuerliche Substanz, die Ackerflur mit Weiden und Wiesen blieb erhalten.

Dreißigjähriger Krieg 1618-1648

Auch Barop hat die Schrecken und Leiden des Dreißigjährigen Krieges durchstehen müssen. Zwar blieb Barop während der ersten Hälfte des Krieges ziemlich verschont. Aber im Jahre 1628 erschien der kaiserliche Oberst von Witte mit seinem Heer vor Dortmund, Die Bewohner hatten viel zu leiden, mussten seine Soldaten versorgen und sich noch Diebereien gefallen lassen. Am 21. Juli 1632 belagerte der kaiserliche General Pappenheim die Stadt Dortmund. Am 6. Februar 1633 erschien der Landgraf von Hessen mit 16 Regimentern vor der Stadt. Am 26. September 1637 stand als neuer Bedränger der kaiserliche General Götze vor den Toren und begehrte Einlass. Durch plündernde und marodierende Soldaten brannte Barop am Ende des Dreißigjährigen Krieges fast ganz ab. Aus dem ältesten Kirchenbuch von Barop, das 1655 einsetzt, ist zu ersehen, dass um diese Zeit alle Höfe und Kotten wieder bewohnt waren, die vor dem Krieg bestanden hatten. Daraus ist zu folgern, dass die Bauern bei Kriegsende ihre Häuser wieder aufbauten und ihre Ländereien wieder in Kultur nahmen.

Grundherren

Um in den Schutz der großen Grundherren zu kommen, gingen damals viele Güter in das grundherrliche Verhältnis der Kirche oder des Adels. Die Abtei Werden an der Ruhr und das Stift Essen spielten in Persebeck und Barop eine große Rolle. Auch durch Schenkungen kamen damals Höfe in den Besitz der Kirche. Während alle rings um Dortmund liegenden Höfe entweder zur Grafschaft Dortmund oder zur Grafschaft Mark gehörten, war der Reichshof Huckarde im Besitze der Abtei Essen. Im 9. Jahrhundert hatte der König Ludwig der Deutsche den Reichshof Huckarde (Hucrithi) der Äbtissin des Stiftes Essen zum Geschenk gemacht. Dadurch wurde Huckarde der Oberhof für die in Klein- und Groß-Barop liegenden Essener Höfe. Nach dem Essener Kettenbuch und der Höferolle gehörten folgende Baroper Höfe zum Oberhof Huckarde:

Kettenbuch:
  1. to luttyken Badorpe
  2. Gildehuis
  3. des Storkes
  4. Hermani uppen Tyye
  5. Everhardi van Badorpe
  6. des Jungen
  7. Smakepepers
Höferolle:
  1. Grasekamp
  2. Gildehaus
  3. Stork
  4. Tyheuer/Schepers
  5. Hummelbeck
  6. Junge
  7. Voß

Es ist ungewiß, wie lange diese sieben Baroper Höfe schon im Besitze des Reichshofes Huckarde gewesen sind; man könnte vermuten, dass die Baroper Höfe schon bei der Bildung des Huckarder Hofesverbandes in karolingischer Zeit dazu gehört haben. Karl der Große gründete speziell für militärische Zwecke längs des Hellwegs, dieser uralten Heerstraße vom Rhein zur Weser, zur Sicherung der Zufahrts- und Verbindungswege und um seinen Truppen Unterkunft und Verpflegung zu gewähren, Reichshöfe mit militärischer Besatzung in Abständen von größeren und kleineren Tagesmärschen. So in Duisburg, Essen, Steele, Bochum, Huckarde, Dortmund, Brackel, Unna, Steinen, Werl, Soest und Paderborn. Als diese Königs- oder Reichshöfe nach Beendigung des Sachsenkrieges ihre militärische Bedeutung verloren, gingen sie unter den Nachfolgern Karls des Großen durch Vergabungen und Schenkungen in die Hände ihrer geistlichen oder weltlichen Getreuen über.

Der Reichshof Huckarde gehörte auch zu den ehemaligen Reichshöfen, deren Hofeshörige von altersher zu Frondiensten für die Reichsstadt Dortmund verpflichtet waren. So mußten die Baroper Bauern als Stapelleute jährlich zur Instandsetzung des Hellwegs zwischen Dortmund und Dorstfeld Steinfuhren leisten. Das Stapelrecht bedeutete einerseits eine Belastung der Stapelgüter in Gestalt der jährlichen Fuhren, andererseits aber eine Vergünstigung, die in der Zollfreiheit auf dem Dortmunder Markt und in dem Recht bestand, kein höheres Wegegeld, als es bei den Dortmunder Bürgern üblich war zahlen zu brauchen. Die folgenden Baroper Bauern waren zu Steinfuhren verpflichtet:

1486:
  • Schult
  • Hans Loedwich
  • Derich Heymsait
  • Jan Jonge (Essens)
  • Herman Storck (Essens)
  • Mertyn Giddehuys (Essens)
  • Derik Scheper (Essens)
  • Peter Graisenkamp (Essens)
1630:
  • Schulte
  • Lüeg
  • Hemsoth
  • Junge
  • Storck
  • Gilhaus
  • Thieheuer
  • Grasekamp
1645:
  • Schult Hof (v. Plettenberg)
  • Lueg Hof (Kurfürstl. Domäne)
  • Heimsoet Hof (Gasthaus Dortmund)
  • Junge Hof (Stift Essen/Huckarde)
  • Storck Hof (Stift Essen/Huckarde)
  • Gillhaus Hof (Stift Essen/Huckarde)
  • Tyhewer Hof (Stift Essen/Huckarde)
  • Grasekamp Hof (Stift Essen/Huckarde)

Soweit die Baroper Bauern nicht zum Reichshof Huckarde gehörten, hatten sie folgende Grundherren:

  • Der Schultenhof zu Barop, dessen Geschichte sich bis 1322 zurückverfolgen lässt, war im 14. Jahrhundert ein Lehen der Grafen von der Mark, später der Herzöge von Cleve, schließlich der Könige von Preußen. Die damit belehnten Grundherren waren die von Plettenberg, die von Altena und davor die von Witten. Nach einer Urkunde von 1322 gehörte der Schultenhof dem Kapitel des St.-Andreas-Stifts in Köln, dem der Knappe Gerhard von Witten jährlich Pacht zahlen musste.
  • Heimsaths Hof war jahrhundertelang im Besitze des Gasthauses zu Dortmund, einer wohltätigen Stiftung des Priesters Hildebrand Kaiser aus dem 14. Jahrhundert.
  • Der Wortmanns Hof, der 1470 urkundlich erwähnt ist, gehörte dem Dominikanerkloster zu Dortmund. Der Nöllen Hof, wo sich heute das Altenheim "Lutherhof" befindet, gehörte seit 1437 der Petrikirche in Dortmund.
  • Luegs Hof als kurfürstliche Domäne hatte als Lehnsherren die Grafen von der Mark, die Herzöge von Kleve und schließlich den großen Kurfürsten von Brandenburg.
  • Als Grundherr des Mentlerhofes erscheint um 1400 der Erzbischof von Köln. Anschließend wird Heinrich von Plettenberg zu Engstfeld als Grundherr genannt. Am 8. Juni 1665 wird der Hof an Konrad Philipp von Romberg zu Brünninghausen verkauft.

Die Groß-Baroper Höfe von Gildehaus, Junge, Stork, Hummelbeck, Voß und Thieheuer gehörten jahrhundertelang zu dem Reichshof Huckarde. Die umfassendste Aufzeichnung des Essener Güterbesitzes und zugleich die wichtigste Quelle fur die stiftische Wirtschaftsgeschichte ist das Kettenbuch, so genannt, weil es mit einer Kette an seinem Aufbewahrungsort, dem Jakobsaltar in der Krypta des Essener Münsters, befestigt war. Es wurde in lateinischer Sprache niedergeschrieben auf Geheiß der Äbtissin Elisabeth von Nassau in den Jahren von 1408 und 1412 unter Benutzung älterer Register, vor allem desjenigen von 1332. Darüber hinaus ist es eine Sammlung von Aufzeichnungen der einzelnen Hofverbände, so schreibt Franz Arens, EB 34/1912, die wohl durch deren Hofschulten verfasst worden sind. Das Essener Kettenbuch enthält Angaben über die einzelnen Oberhöfe mit ihren Unterhöfen, zu denen auch die sieben Klein- und Groß-Baroper Höfe gehörten.

Im Spätmittelalter waren nur Adelige Verwalter des Reichshofes Huckarde. Erst Ende des 15. Jahrhunderts treten die Baroper Bauern Gildehaus, Johan Junge, Dietrich Junge, Henrich Tyhover und Andreas Junge als Richter auf. Anfang des 18. Jahrhundert verliert das Huckarder Hofesgericht für die essendischen Bauern zu Barop an Bedeutung, da nunmehr das Amtsgericht in Hörde zuständig wurde. Die Getreideabgaben mussten aber bis zur Bauernbefreiung weiter an den Oberhof Huckarde abgeliefert werden. Am 12. Dezember 1808 erließ Kaiser Napoleon eine Verordnung, durch die im Großherzogtum Berg die Leibeigenschaft, Hörigkeit und alle Verbindlichkeiten ohne Entschädigung abgeschafft, der Gesindedienstzwang und alle persönlichen Dienstleistungen aufgehoben wurden, insbesondere die Fron-, Hand- und Spanndienste. Aber die Bauernbefreiung setzte sich erst viel später durch.

Der König von Preußen war nach der Säkularisation und Aufhebung der geistlichen Stifter Rechtsnachfolger des Stiftes Essen einschließlich des Oberhofes Huckarde und den Baroper Unterhöfen geworden. Die vom Stift Essen herrührenden Abgaben an Getreide mussten in der Folgezeit regelrecht abgelöst werden.

Groß-Barop hat sich im Verlauf der Jahrhunderte kaum verändert und seinen dörflichen Charakter beibehalten. Durch den Bau der Dortmunder Universität werden Klein- und Groß-Barop in Zukunft einschneidend umgestaltet und neben den äußerlichen Veränderungen wird mancher Hof, mit Ackerflur, Wiesen und Weiden einer anderen Bestimmung zugeführt und zur Universität gehören.

Barop in alter Zeit

"Das Kirchdorf Barop, auch Badorpe geheißen, lieget zwischen Dortmund und Eicklinghofen, unweit der Emscher, in einer fruchtbaren Gegend, und haben die Einwohner nicht nur gute Ländereyen, sondern auch nöthig Holz und Weyden vor das Vieh."[1]

Woher der ursprüngliche Name Badorpe stammt, ist ungewiß. Da die Ortsnamen auf -dorf im allgemeinen für älter gehalten werden als die auf -hausen und -hofen, die in unserer Gegend besonders häufig vorkommen, und die Bedeutung der Vorsilbe "Ba" womöglich schon germanischen Ursprungs ist, liegen die Anfänge Barops vielleicht schon in der Zeit der ersten Waldrodungen zwischen dem Hellweg und dem Ardeygebirge.

Die bis jetzt bekannte erste urkundliche Erwähnung Barops steht in einem Dokument, das lange Zeit als verschollen galt und erst 1955 wieder aufgefunden wurde: Die Limburger Große Vogteirolle. Graf Friedrich von Isenburg ließ sie um das Jahr 1220 aufschreiben, damit, wie es im Vorwort heißt, niemand dem Grafen oder seinen Erben Unrecht tun könne. Friedrich führte einen jahrelangen Rechtsstreit mit seinem Oheim, Erzbischof Engelbert von Köln, wobei es vornehmlich um die von dem Isenburger beanspruchten Vogteirechte über das reiche Stift Essen ging. Der Streit gipfelte 1225 in der Ermordung des Kirchenfürsten durch Friedrich von Isenburg, der dafür im folgenden Jahr in Köln hingerichtet wurde. Daraufhin legten Friedrichs Nachkommen den Namen Isenburg ab und nannten sich fortan Grafen von Limburg. Daher die Bezeichnung "Limburger Rolle", in der auch der weit verstreute Besitz des Stiftes Essen aufgeführt ist.

Nach der Limburger Rolle gehörten in unserer Gegend elf Höfe in Barop[2], zwei in Eichlinghofen und ein Hof in Salingen dem Stift Essen. Sie unterstanden als Unterhöfe dem Oberhof Huckarde. Eine weitere frühe Erwähnung Barops ist im Dortmunder Urkundenbuch (Bd. 2, S. 405) zu finden. Dort wird in einer Urkunde vom 10. April 1278, in der es um Eigentumsrechte an der Mühle in Huckarde geht, als Zeuge einer Verhandlung u. a. ein Johannes de Badorpe genannt. Der Geschichtsschreiber von Steinen erwähnt auch ein "im Kirchspiel befindliches zerstörtes Schloss Badorpe". Da jedoch keine genaueren Angaben darüber bekannt sind, ist anzunehmen, dass es sich dabei um den Schultenhof handelt. Auf ihm hat etwa bis zum Jahre 1300 ein dem niederen Adel angehörendes Ministerialengeschlecht von Badorpe gewohnt. Ministerialen waren im Mittelalter Dienstleute der Landesherren, die zum Verwaltungs- und Kriegsdienst herangezogen wurden und besondere Dienstrechte besaßen. Als Entgelt erhielten sie ein Dienstgut in der Größe von etwa drei Hufen.

Der Schultenhof, unmittelbar nördlich der Margaretenkapelle gelegen, zählte zu den größten Höfen des einstigen märkischen Oberamtes Hörde. Nach den ältesten Urkunden war er im Besitz des St.-Andreas-Kapitels zu Köln. Als die Grafen von der Mark Vögte dieses Kölner Kapitels wurden, verstanden sie es, die Besitzrechte erheblich einzuschränken. Zwar war der Schultenhof noch bis ins 16. Jahrhundert mit einer Abgabe an das St.-Andreas-Kapitel belastet, doch die eigentlichen Lehnsherren waren längst die Grafen von der Mark und deren Rechtsnachfolger, die Herzöge von Kleve und danach die Kurfürsten von Brandenburg geworden.

Sie gaben den Schultenhof als Lehen nach den Ministerialen von Badorpe nacheinander an die Herren von Witten, von Plettenberg, von Edelkirch, von Syberg und schließlich im Jahre 1681 an die Herren von Romberg zu Brünninghausen. Der Schultenhof gehörte zu den sogenannten Dortmunder Stapelgütern. Dies waren meist größere Höfe, die von alters her dazu verpflichtet waren, jährlich mit einer Steinfuhre zur Instandhaltung des Hellwegs zwischen Dortmund und Dorstfeld beizutragen. Der Hellweg, die uralte Handelsstraße, hatte Dortmund schon früh zu einem wichtigen Markt- und Stapelplatz gemacht, wo Waren aus West und Ost gelagert (gestapelt) und verkauft wurden. Für die Stadt war es daher besonders notwendig, ihren wichtigsten Handelsweg in Ordnung zu halten. Als Gegenleistung gewährte sie den Stapelgütern Zollfreiheit auf dem Dortmunder Herbstmarkt.

In Barop waren acht Höfe, in Eichlinghofen und Salingen je ein Hof zu Steinfuhren verpflichtet, die sie jährlich acht Tage nach Pfingsten zu leisten hatten und wozu die Stapelleute vorher am Pfingstmontag in den Kirchen zu Barop und Eichlinghofen öffentlich aufgefordert wurden. Wer nicht pünktlich mit der Fuhre an Ort und Stelle war, musste ein Strafgeld bezahlen. Bemerkenswert ist, dass Bauern aus der Grafschaft Mark zum Erhalt eines Handelsweges der Freien Reichsstadt Dortmund, also eines damals fremden Territoriums, herangezogen wurden. Man kann daraus schließen, dass es sich um eine sehr alte Einrichtung handelte, die möglicherweise noch aus der karolingischen Zeit stammte.

Noch in der zweiten Hälfe des 18. Jahrhunderts war nach dem Hypothekenbuch des Amtes Hörde der Schultenhof zu Barop mit "einer Steinfuhrt auf dem Dortmunder Steinweg" belastet. Doch um diese Zeit war der Vorteil, den die Stapelgüter aus der Zollfreiheit auf dem Dortmunder Markt zogen, wesentlich größer als die Belastung, weshalb der Rat der Stadt denn auch erwog, die Stapelleute von ihren Verpflichtungen zu entbinden.

Die adligen Lehnsträger haben den Schultenhof zu keiner Zeit selber bewirtschaftet. Dies besorgten die bäuerlichen Pächter. Erstmals wird in einer Urkunde von 1368 ein “sculte van Badorpe" genannt. Während der Dortmunder Fehde 1388/89 erhielt der Schulte von der Stadt einen Schutzbrief für sich, seine vier Knechte, für Haus, Hof, Garten und Scheunen, ferner für neun Pferde. Nach dem Schatzbuch der Grafschaft Mark von 1486 hatte der Pächter des Schultenhofes von allen Baroper Bauern den höchsten Steuersatz zu zahlen. Zum Hof gehörte auch eine Mühle, die Mortmühle genannt; sie lag an der Emscher. Einige der Schulten besaßen das Bürgerrecht der Stadt Dortmund, was ihnen sicherlich bei ihrem Abhängigkeitsverhältnis zu den adligen Grundherren von Vorteil war. In den Baroper Kirchenbüchern werden die Schulten häufig als Kirchmeister erwähnt. Einer von ihnen, der Schulte Rotger Wortmann, wird als Kirchmeister namentlich auf einer 1601 gegossenen Baroper Kirchenglocke genannt.

Nach einem Verzeichnis des Hauses Romberg zu Brünninghausen von 1807 musste der Schultenhof jährlich je 20 Malter Roggen (1 M = 160 kg), Gerste (140 kg) und Hafer (100 kg) sowie 4 Schweine und ein Rind an den Grundherrn liefern. Außerdem hatte er 31 Reichstaler Wiesengeld zu zahlen und 18 Spanndienste mit 4 Pferden auf dem Romberg'schen Gut zu leisten. Erst 1858, ein halbes Jahrhundert nach der staatlich verordneten Bauernbefreiung, als der Freiherr von Romberg schließlich auf seine veralteten Rechte verzichtete, ging der Schultenhof durch Kaufvertrag in den Besitz des bisherigen Pächters über. Um 1885 verkaufte die Witwe des letzten Schulten den Hof. Die Gebäude erwarb die Gemeinde Barop, einige Ländereien fielen an Baroper Bauern. Der größte Teil der Grundstücke aber wurde in Bauland umgewandelt. Darauf entstand 1912/13 der ältere Teil der Gartenstadt Schönau.

Frühzeit

verloren

Die Landesherren

verloren

Das bäuerliche Barop

verloren

Bis zur Aufteilung der Heidegebiete

verloren

Der Bergbau in Barop

verloren

Verkehrswege

verloren

Industrieort Barop

verloren

Das Amt Barop

verloren

Baroper Kirchen- und Schulgeschichte

verloren

Groß-Barop

verloren

Klein-Barop

siehe Artikel Klein-Barop (Boos)

Kopiert aus dem Hombruch-Wiki am 18.04.2018

  1. Johann Dietrich von Steinen: Westphälische Geschichte, 1760, 4. Teil
  2. offenbar Klein Barop und Groß Barop zusammengerechnet